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Machbarkeitsstudie mit Demo SVG-Writer

"Auf dem Weg zu offenen Geo-Visualisierungs-Services"

In dieser Machbarkeitsstudie wurden die Möglichkeiten einer offenen Geo-Informations-Service-Architektur untersucht zur Erstellung von 'neuen' kartografischen Produkten u.a. für das Web aber auch für Ausgaben auf festen Untergrund ('hardcopys'). Diese 'neuen' kartografischen Produkte sollten web-fähig sein, potentiell interaktiv, animierbar, bedarfsgerecht und kostengünstig. Zudem sollen sie einfach nachführbar sein und auf aktuellen, qualitätsgeprüften Grundlagedaten basieren.

Die Lösung dieser Vorgaben suchen wir in einer offenen Geo-Informations-Service-Architektur, die grob charakterisiert werden kann durch die Anwendung der modellbasierte Methode, das Dokumentieren aller Datenstrukturen und Anwendungsdaten, das offene Austauschformat sowie das Verwenden von internationalen Normen und modernen Technologien. Vor allem dank der modellbasierten Methode lassen sich damit Geodaten und Anwendungen einfach in aktuell vorhandene Technologien integrieren und die kostspieligen Geodaten, Konfigurationen und Anwendungen werden zukunftssicher.

Es soll ein - gemäss der Kommunikationsabsicht des Benutzers entsprechendes - Grafikausgabe-Dokument (z.B. eine Bildschirmkarte) erzeugt werden und zwar ausgehend objektorientiert modellierten (noch völlig darstellungslosen) Geodaten. Als Grafik-Ausgabeformat diene SVG und als Geodaten-Eingabeformat INTERLIS (vgl. www.interlis.ch). Gesteuert wird dieser Ablauf durch eine systemneutrale Grafikdefinition (INTERLIS 2), die ihrerseits auf normierte Signaturenbibliotheken bezug nimmt. Diese Signaturenbibliotheken sind ebenfalls in INTERLIS beschrieben und systemneutral codiert. Das ermöglicht eine konsistente Grafikprodukt-Herstellung über mehrere Produzenten hinweg - analog zu den plattform-übergreifend dokumentierten und einfach integrierbaren Geodaten.

Ausgangslage

Folgende technischen Bausteine für diese Geo-Informations-Service-Architektur sind heute (in der Schweiz) bereits vorhanden:

Vorgehen

Programmierung eines hoch-konfigurierbaren Dateikonversions-Moduls für die Erzeugung von SVG-Vektorgrafiken aus in INTERLIS codierten Geodaten. Es soll ein Prototyp in C realisiert werden mit einer Programmbibliothek des Dateikonverter-Werkzeugs INTERLS-Conversion System (ICS, bzw. INTERLIS-Tools) der Fa. infoGrips GmbH Zürich.

Die Tests erfolgen mit zwei Datensätzen, beide aus der Amtlichen Vermessung: ein kleiner Datensatz (INTERLIS-Eingabedatei ca. 480 KB, SVG-Output-Dokument ca. 2'191 KB) und ein mittlerer Datensatz (INTERLIS-Eingabedatei ca. 2'974 KB, SVG-Output-Dokument ca. 9'322 KB).

Resultate

Das Resultat zunächst ein Dateikonversions-Modul "SVG Writer" passend zum ICS-Dateischnittstellen-Dienst ("interface service"). Die ICS-Software kann seinerseits als Baustein ohne Aufwand z.B. in einen Web-Service integriert werden kann (vgl. den GeoShop auf www.infogrips.ch/geoshop).

Aus beiden Testdatensätze konnten ein validiertes SVG-Dokument erzeugt werden. Betrachtet wurden die SVG-Dokumente mit folgender Software: a) SVG Viewer Plug-in von Adobe, b) Batik 1.0 (Java Open Source) und IBM's SVG Viewer (Java Open Source). Der zweite, grössere Testdatensatz konnte nur im Browser betrachtet werden.

Die Resultat sind vielversprechend ausgefallen; es konnte auch Hyperlinking demonstriert werden obwohl das in den Basisdaten so nicht vorgesehen war (siehe Demo SVG Writer auf www.integis.ch > Projekte).

Offene Punkte

Die weiteren möglichen Schritte sind das Integrieren des SVG-Writer-Moduls, bzw. des Schnittstellendienstes, in die erwähnte Geo-Informations-Service-Architektur. Was - ausgehend von der oben erwähnten, hochstehenden heute bestehenden Grundlage gesehen - zu dieser Architektur u.a. noch fehlt, ist folgendes:

Zu erwartende Schwierigkeiten bei der weiteren Realisierung

Die zu erwartenden Schwierigkeiten bei der Umsetzung einer solchen Geo-Informations-Service-Architektur sind u.a.:

  1. höherer initialer Investitionsaufwand für die Realisierung modellbasierter Technologien gegenüber "ad-hoc Lösungen"
  2. relativ kleiner Markt Schweiz
  3. fehlende Akzeptanz neuer Technologien gegenüber bewährten (veralteten) Technologien (z.B. durch mangelnde Werkzeugkenntnisse)
  4. passiver Widerstand durch im Markt etablierte Hersteller gegen offene Schnittstellen (Schutz der eigenen SW-Investitionen, Kundenbindung)
  5. mangelnde (Informatik-)kenntnisse und Erfahrung der involvierten Projektteilnehmer und -leiter (vor allem die öffentlichen Verwaltungen aber alle andern sind hier gefordert!)
  6. ungenügendes Marketing und schwierigere Koordination
  7. mangelnde (Vor-)Finanzierung der Hochschul-Forschung und (industrielle Software-) Entwicklung sowie mangelnde Akzeptanz und Förderung des Software-Forschungs- und Entwicklungs-Standortes Schweiz

Schlussfolgerungen

In der digitalen Kartografie wird ab und zu die Frage gestellt, ob man es wagen soll, von reinen grafikdaten-orientierten Kartografieprogrammen (die nahe am grafischen Ausgabeziel sind) umzustellen auf Geo-Informationssysteme (GIS), die von darstellungslosen Geodaten ausgehen und daraus versuchen, ansprechende kartografische Produkte zu erstellen. Alleine die Frage beweist, dass offensichtlich Handlungsbedarf vorliegt. Meist ist die Antwort aber abschlägig, denn man fürchtet um die fehlenden grafischen Manipulationsmöglichkeiten - es könnte aber auch eine "Generationenfrage" sein.

Die technischen Argumente sprechen aber dafür, dass die vorgeschlagene Geo-Informations-Service-Architektur wohl bessere Möglichkeiten bietet, um aktuelle und bedarfsgerechte Dienstleistungen mit Geoinformationen zu erhalten. Die Erfahrungen in den letzten 10 Jahren in der Amtlichen Vermessung sowie u.a. auch diese Machbarkeitsstudie haben bewiesen, dass dies funktioniert. Und das ökonomische Potential spricht ebenfalls eindeutig für eine Umstellung auf GIS mit verbesserten kartografischen Ausgabemöglichkeiten.

Durch die vorgeschlagene Geo-Informations-Infrastruktur resultieren folgende technische Möglichkeiten:

Aus diesen technischen Möglichkeiten wiederum ergeben sich folgende möglichen wirtschaftlich-ökonomischen Vorteile:

  1. kleinere Datenerfassungs- und -integrationskosten
  2. gesicherte, gleichartige Datenqualität (das Qualitätsniveau bestimmen Sie!)
  3. reduzierte Kosten für Nachführung und -verwaltung der Geodaten
  4. transparente, nachvollziehbare Auftragsvergabe, einheitliche Geo-Visualisierungen (u.a. in öffentlichen Ausschreibungen)
  5. Investitionsschutz der Geodaten durch deren langfristig gesicherte Archivierung
  6. neue Geschäftsmöglichkeiten für Dienstleistungsunternehmen, insbesondere auch für kartografische Unternehmen, da sie ihre Dienste einfacher auf Basisdaten aufbauen können
  7. raschere Anpassung von Daten und Anwendungen auf neue, sich ständig ändernde Technologien

Kurz: Dieser Ansatz funktioniert und mit solchen Geo-Informations-Projekten erzielen Sie mit grösster Wahrscheinlichkeit

Hinweis: Die Realisierung des SVG Writer-Prototyps wurde ermöglicht durch die KOGIS (www.kogis.ch) und die Eidg. Vermessungsdirektion (www.swisstopo.ch) - beide Bundesamt für Landestopographie, Wabern (Schweiz). Der SVG Writer-Prototyp wird frei abgegeben, falls die Bestimmungen der "Non-copy left open source license" (BSD-Lizenz) eingehalten werden.

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Demo SVG Writer

Möglicher Ablauf der Herstellung eines kartografischen Produkts mit Hilfe eines Geo-Visualisierungs-Services als Bestandteil einer umfassenderen Geo-Informations-Service-Architektur. Demonstration des SVG-Writer-Prototyps (Beta-Version) mit INTERLIS-Testdatensatz DM.93 (INTERLIS 1-Schema und Format):

Schritte 1 bis 3

Siehe Machbarkeitsstudie oben.

Schritt 4

SVG-Dokument aus INTERLIS-Geodaten erzeugen:

Figur 1: Dialog des Konverters ICS for Windows nach Ende der Verarbeitung (die angezeigten vier Errors sind Fehler in den Eingabe-Daten).

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Schritt 5

SVG-Dokument darstellen:

Falls Sie die untenstehende Figur 2 mit dem SVG Viewer Plug-in betrachten, können Sie die verschiedenen Möglichkeiten des Zoomens (Menu mit rechter Maustaste aktivieren) oder des interaktiven Hyperlinkings mit der Maus erkunden.

Hier diese Figur im SVG-Format [.svg, 2191 KB] (Hinweise: Verlangt SVG-fähigen Viewer).

Figur 2 - Visualisierung des ersten INTERLIS-Testdatensatzes: SVG-Dokument als JPEG gespeichert und dargestellt in einem Browser.

Schritte 6 und 7

Siehe Machbarkeitsstudie oben.

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